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Systemsteuerung: Erneuerbare und Speicher in Kombination immer wettbewerbsfähiger

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Die Levelized Cost of Power (LCOE) für Lithium-Ionen-Batterien sind seit der ersten Jahreshälfte 2018 um 35 Prozent auf 187 US-Dollar pro MWh gesunken. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen BloombergNEF (BNEF). Auch andere Energiewendetechnologien sind den Analysen zufolge noch einmal deutlich günstiger geworden.

Der Benchmark-LCOE für die Offshore-Windenergie ist laut BNEF um 24 Prozent gesunken. Auch Onshore-Wind- und Photovoltaik-Solaranlagen sind billiger geworden, ihr jeweiliger Benchmark-LCOE erreichte 50 bis 57 US-Dollar pro MWh für Projekte, die Anfang 2019 mit dem Bau beginnen, und lag damit um 10 Prozent bzw. 18 Prozent unter den Vergleichswerten des Vorjahres.

Stromgestehungskosten der Photovoltaik seit 2010 um 84 Prozent gesunken

Die Position der kohlenstoffarmen Optionen im Kostenwettbewerb habe sich dank technologischer Innovationen, Größenvorteilen, hartem Preiswettbewerb und Fertigungserfahrung erheblich verbessert, sagt Elena Giannakopoulou, Leiterin der Energiewirtschaft beim BNEF. „Unsere Analyse zeigt, dass der LCOE pro Megawattstunde für Onshore-Wind, Solar-PV und Offshore-Wind seit 2010 um 49 Prozent, 84 Prozent bzw. 56 Prozent gesunken ist.“ Im Bereich der der Lithium-Ionen-Akkus registriert BNEF nach Auswertung jüngster Projektkosten einen Rückgang um 76 Prozent seit 2012.

Die Kostenverbesserungen bei Lithium-Ionen-Batterien stechen in der aktuellen Analyse besonders heraus. Sie eröffneten der Technologie neue Möglichkeiten, einen regenerativen und starken Erzeugungsmix auszugleichen.

„Versandfertiger Strom“: Erneuerbare mit Speichern nehmen es mit fossiler Konkurrenz auf

Kostenentwicklung Erneuerbare und Speicher - BNEFBatterien, die an Solar- oder Windprojekte gekoppelt sind, begännen in vielen Märkten „und ohne Subventionen“ mit der Kohle- und Gasproduktion um die Bereitstellung von „versandfertigem Strom“ zu konkurrieren, der geliefert werden kann, wann immer das Netz ihn braucht und eben nicht nur dann, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.

Photovoltaik und Onshore-Wind seien in den meisten Ländern die billigste Quelle für große Mengen an Strom. In Kombination mit Energiespeicher bedrohen die grünen Technologien laut BNEF nun aber auch die systemische Rolle, die vor allem Betreiber von Gaskraftwerken einnehmen wollten.

Offshore-Windenergie: Kostenrückgang von 220 auf 100 US-Dollar/MWh in fünf Jahren

Zu den immer günstigeren regenerativen Technologien zählt inzwischen auch die Offshore-Windkraft. Auktionsprogramme für neue Kapazitäten, kombiniert mit viel größeren Turbinen, hätten in diesem Segment zu einer deutlichen Senkung der Kapitalkosten geführt, so dass der globale Benchmark von BNEF für diese Technologie inzwischen bei unter 100 US-Dollar pro MWh liegt. Vor nur fünf Jahren hatte BNEF hier noch ein Kostenniveau von mehr als 220 US-Dollar ermittelt.

Die von Offshore-Windausschreibungen in ganz Europa versprochenen niedrigen Preise setzten sich nun durch, wobei mehrere hochkarätige Projekte in den letzten Monaten den Financial Close erreichten, berichtet Giannakopoulou. „Der Kostenrückgang in den letzten sechs Monaten ist der stärkste, den wir je bei einer Technologie gesehen haben.“

Bei der Photovoltaik ist der überwiegende Kostenrückgang von insgesamt 18 Prozent im dritten Quartal eingetreten. Grund war die Bremswirkung einer veränderten chinesischen Politik, die temporär zu einem erheblichen globalen Angebotsüberschuss führte.

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