Das politische Umfeld für die Erzeugung von Biokraftstoffen auf der Grundlage von Agrarrohstoffen trübt sich zunehmend ein. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigte einen Gesetzentwurf an, der die Nutzung solcher Rohstoffe für die Kraftstofferzeugung einschränkt. Auch die Länderumweltminister sehen Handlungsbedarf. Für die Unternehmen der Biokraftstoffbranche stellt sich das politische Umfeld als ein stetes „Hin und Her“ dar, das die Formulierung einer langfristigen Strategie zu einer großen Herausforderung macht. Die großen Player am Markt setzen vor diesem Hintergrund schon aus Gründen des Risikomanagements auf eine internationale Diversifizierung. (Beitragsbild: Verbio-Bioraffinerie in Nevada, Quelle: Verbio)

Im Titelbereich von ContextCrew Neue Energie 20.2022 geht es um die aktuelle Debatte und die Konsequenzen der „Teller-oder-Tank“-Diskussion. Einer der ganz großen Biokraftstoffhersteller in Deutschland ist die Leipziger Verbio-Gruppe. Schon vor Jahren hat das Unternehmen begonnen, auch im internationalen Geschäft auf Expansionskurs zu gehen. Jetzt hat Verbio in den USA eine Biomethananlage eingeweiht.

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In Nordamerika habe man das Potenzial von heimischen Biokraftstoffen aus heimischen Rohstoffen für Klimaschutz und Versorgungssicherheit „viel früher erkannt als in Deutschland und Europa“, heißt es. Hierzulande führe die Stop-and-Go-Politik zu einer Verunsicherung nicht nur der Unternehmen, sondern auch der Investoren. „Das funktioniert so nicht“, sagt Verbio-Chef Claus Sauter.

Private Investoren in die Energiewende werden angesichts der Ausbauziele für die Erneuerbaren an allen Ecken und Enden benötigt. Eine Möglichkeit, auch Kleininvestoren für große Projekte zu mobilisieren, bietet die Digitalisierung. Im Projekt „Rückenwind“ arbeiten Partner an der „Tokenisierung“ von Windkraftanlagen. Mehr über den vielversprechenden Ansatz lesen Sie hier.

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