Die Stadtwerke Husum GmbH hat eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Tiefengeothermie in Auftrag gegeben. Beauftragt wurde die TÜV-Tochter DMT GmbH und Co. KG aus Essen, wie der Kommunalversorger berichtet. „Wir freuen uns, dass die Entscheidung, ob das Projekt realisierbar und wirtschaftlich ist, nun in greifbare Nähe rückt“, sagt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum. Das Erstellen der Machbarkeitsstudie werde mehrere Monate in Anspruch nehmen, man rechne damit, dass die Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen.
Seit Ende 2023 treiben die Stadtwerke Husum das Projekt Tiefengeothermie voran. Nachdem 2024 eine Vorstudie ergeben hat, dass mit großer Wahrscheinlichkeit in einer Tiefe von rund 2.000 bis 2.500 Metern warmes Thermalwasser mit einer Temperatur von etwa 60 bis 75 Grad Celsius vorhanden ist, untersucht die Machbarkeitsstudie nun, ob und wo gebohrt werden kann. Die Studie wird mithilfe von Fördergeldern aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein finanziert.
Daten aus Öl- und Gasbohrungen in den 1970er Jahren auf Magnetbändern
Die Machbarkeitsstudie untersucht den Angaben zufolge zunächst die geologischen Voraussetzungen vor Ort. Dabei werden vorhandene geologische Daten und seismische Messungen sowie Informationen über Gesteinsschichten und Temperaturen ausgewertet. Ein großer Teil dieser Daten liege den Stadtwerken Husum bereits vor, sie sind aber teilweise sehr alt: „Die ältesten Daten stammen aus Öl- und Gasbohrungen in den 1970er-Jahren und wurden noch auf Magnetbändern festgehalten“, sagt Matthias Forthmann, der das Projekt bei den Stadtwerken Husum leitet.
Alle vorliegenden sowie neu ermittelten Daten erfasst die DMT mit moderner Software und wertet sie aus. Daraus können die Fachkräfte ein Untergrundmodell erstellen. Die Machbarkeitsstudie bewertet zudem die möglichen Standorte für Bohrungen sowie die Anbindung an bestehende oder geplante Wärmenetze. Auch die Wirtschaftlichkeit, potenzielle Risiken oder Umweltaspekte betrachtet die Studie. Wenn die Studie positiv ausfällt, finden im nächsten Schritt weitere seismische Untersuchungen statt und der Genehmigungsprozess einer Probebohrung startet. Zunächst müssten jedoch wirtschaftliche Aspekte bedacht werden, etwa das Einwerben von weiteren Fördergeldern für die Probebohrung.