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Trotz sämtlicher Genehmigungen

US-Regierung erlässt Stop-Work-Order für fast fertig gestellten Offshore-Park Revolution

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Am 22. August 2025 hat Ørsteds Tochtergesellschaft Revolution Wind LLC, ein 50/50-Joint Venture mit Skyborn Renewables von Global Infrastructure Partners, vom Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) des US-Innenministeriums eine Anordnung erhalten, die Aktivitäten auf dem äußeren Festlandsockel im Zusammenhang mit dem Projekt Revolution Wind einzustellen. „Revolution Wind befolgt die Anordnung und ergreift geeignete Maßnahmen, um die Offshore-Aktivitäten einzustellen, wobei die Sicherheit der Beschäftigten und der Umwelt gewährleistet wird“, heißt es in einer Mitteilung des dänischen Energiekonzerns.

Das Projekt begann mit dem Offshore-Bau nach der endgültigen bundesstaatlichen Genehmigung durch BOEM im vergangenen Jahr. Das Projekt ist zu 80 Prozent abgeschlossen, alle Offshore-Fundamente sind installiert und 45 von 65 Windturbinen errichtet.

Ørsted prüft alle Optionen, um die Angelegenheit zügig zu klären. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit den zuständigen Genehmigungsbehörden für notwendige Klarstellungen oder Lösungen sowie mögliche rechtliche Schritte, mit dem Ziel, den Bau des Projekts fortzusetzen und die Inbetriebnahme (COD) in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu erreichen.

Strom sollte via PPA nach Rhode Island und Connecticut geliefert werden

Die Irritation über den Schritt der US-Bundesbehörde ist in der Kommunikation des dänischen Unternehmens spürbar. „Revolution Wind ist vollständig genehmigt und hat alle erforderlichen Bundes- und Landesgenehmigungen erhalten, einschließlich des Genehmigungsschreibens für den Bau- und Betriebsplan am 17. November 2023, nach Überprüfungen, die vor mehr als neun Jahren begonnen hatten“, heißt es. Revolution Wind verfügt über 20-jährige Stromabnahmeverträge zur Lieferung von 400 MW Strom nach Rhode Island und 304 MW nach Connecticut – genug, um über 350.000 Haushalte in beiden Bundesstaaten mit wachsender Energienachfrage zu versorgen. „Zum Vergleich: South Fork Wind, das an Revolution Wind angrenzt und dieselbe Turbinentechnologie nutzt, lieferte im ersten Halbjahr 2025 zuverlässige Energie nach New York mit einem Kapazitätsfaktor von 53 Prozent, auf Augenhöhe mit den Grundlastkraftwerken des Bundesstaates.“

Ørsted investiere in die amerikanische Energieerzeugung, Netzmodernisierung, Hafeninfrastruktur und Lieferketten, einschließlich des US-Schiffbaus und der Fertigung in mehr als 40 Bundesstaaten. „Revolution Wind beschäftigt bereits Hunderte von lokalen Gewerkschaftsarbeitern, die sowohl den Onshore- als auch den Offshore-Bau unterstützen. Ørsteds US-Offshore-Windprojekte haben bislang insgesamt rund 4 Millionen Gewerkschaftsarbeitsstunden geleistet, davon 2 Millionen mit Revolution Wind.“

US-Behörde: „Bedenken mit Blick auf die Gewährleistung nationaler Sicherheitsinteressen“

Den Baustopp begründet das BOEM mit „Bedenken mit Blick auf die Gewährleistung nationaler Sicherheitsinteressen“. Man wolle zudem Störungen zulässiger Nutzungen der ausschließlichen Wirtschaftszone, der Hohen See und der Hoheitsgewässer ausräumen, wie sie im entsprechenden Unterabschnitt des OCSLA verankert sind. Das Outer Continental Shelf Lands Act (OCSLA) ist ein Gesetz von 1953, das die Unterwasserflächen außerhalb staatlicher Küstengewässer unter US-Föderalhoheit stellt und dem Innenministerium die Befugnis gibt, Aufträge zur Nutzung dieser Gewässer etwa für Energieprojekte zu erteilen

Der Vorgang ist eng verknüpft mit dem am 29. Januar 2025 im Federal Register veröffentlichten Präsidentenmemo „90 Fed. Reg. 8363“, das eine vorübergehende Aussetzung aller Offshore-Wind-Leasing-Aktivitäten auf dem äußeren Kontinentalschelf anordnete und eine umfassende Überprüfung der Genehmigungsprozesse einleitete.

Während die US-Regierung den Schritt formal-rechtlich begründet, wirkt eine plötzliche Stop-Work-Order bei einem fast fertiggestellten Projekt wie ein Bruch mit der Erwartung verlässlicher und stabiler Rahmenbedingungen. Für Investoren entsteht der Eindruck, dass politische und regulatorische Risiken in den USA auch in fortgeschrittenen Projektstadien hoch bleiben können – selbst wenn alle Genehmigungen formal vorliegen.

Investitionen könnten in andere Märkte umgelenkt werden

Gerade bei Kapitalintensiven Infrastrukturanlagen wie Offshore-Windparks ist die Planungssicherheit entscheidend. Rückwirkende Eingriffe oder Unsicherheiten über die langfristige Genehmigungslage erhöhen Finanzierungskosten und können Investitionen in andere Märkte umlenken.

Ørsted bewertet die potenziellen finanziellen Auswirkungen dieser Entwicklung und berücksichtigt dabei verschiedene Szenarien, einschließlich rechtlicher Schritte. Ørsted werde zu gegebener Zeit den Markt über die möglichen Auswirkungen der Anordnung auf den am 11. August 2025 bekanntgegebenen Plan zur Durchführung einer Kapitalerhöhung informieren. Bestehenden Aktionären und potenziellen Investoren werde „geraten, weitere Mitteilungen des Unternehmens abzuwarten“.

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