Die Wohnsiedlung als virtuelles Kraftwerk: Dieses Konzept verfolgt ein neues Projekt in den USA. Beteiligt sind der Energieversorger Rocky Mountain Power, der Immobilienentwickler The Wasatch Group und der bayerische Heimspeicherproduzent sonnen.
Die neue Wohnsiedlung „Soleil Lofts“ besteht nach Angaben von sonnen aus mehr als 600 energieeffizienten Mietwohnungen, die in Herriman, einem Vorort von Salt Lake City im Bundesstaat Utah entstehen. Einziger Energieträger ist elektrischer Strom, den die Wohnungen überwiegend selbst mit Photovoltaikanlagen erzeugen. Da jede einzelne Wohnung über eine „sonnenBatterie“ als Speicher verfügt, lässt sich die Energie an den Verbrauch anpassen.
Darüber hinaus werden die sonnenBatterien mit der Photovoltaik zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt, so dass das Stromnetz zu Spitzenzeiten gezielt entlastet werden könne, berichtet sonnen. Neben der Erzeugung von 5 MW Solarstrom, steht damit auch eine 12,6 MWh große, vernetzte Batterie zur Verfügung. „Mit dieser zukunftsweisendem Wohnsiedlung zeigen wir zusammen mit unseren Partnern, dass eine intelligente Energiewende auch in den Städten möglich ist“, sagt Christoph Ostermann, CEO und Co-Gründer von sonnen.
Rocky Mountain Power nutzt Energiepuffer, um Erzeugung und Verbrauch in Einklang zu bringen
Der Energieversorger Rocky Mountain Power erhält über das virtuelle Kraftwerk einen flexiblen und schnell reagierenden Energiepuffer, um die Stromerzeugung und den Verbrauch der Wohnsiedlung in Einklang zu bringen. Die schwankende Erzeugung von erneuerbaren Energien lässt sich damit intelligent managen und optimal in das bestehende Stromnetz integrieren. Darüber hinaus könne Rocky Mountain Power mit sonnens virtuellem Speicherkraftwerk zusätzlich Schwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen.
Die Bewohner profitierten von niedrigeren Energiekosten als dies bei einer konventionellen Versorgung der Fall wäre. Zusätzlich sind sie mit den Speichern vor Stromausfällen geschützt. „Neue Bewohner können außerdem ihr Elektroauto ein Jahr lang kostenlos laden“, heißt es weiter.
Keine CO2-Emissionen – vor Ort
Durch den starken Aufschwung und Zuzug habe die Gegend um Salt Lake City immer stärker mit Problemen der Luftqualität zu kämpfen. Da die Wohnsiedlung ausschließlich sauberen Strom produziert, der laut sonnen auch zum Heizen und für die Mobilität verwendet wird, entstehen keine Emissionen vor Ort. Die ersten Mieter werden im September einziehen, die letzten Wohnungen sollen Ende 2020 fertig sein.