Nach erfolgreicher Präqualifikation durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion haben acht Ladesäulen und acht Hyundai Ioniq 5-Fahrzeuge Sekundärregelleistung in Amprions Regelzone eingespeist. Das Projekt – initiiert von Hyundai Motor Group, LG Electronics und Next Kraftwerke – verdeutliche, dass auch kleine Einheiten und Vehicle-to-Grid einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung von Regelleistung und damit zur Stabilisierung des Stromnetzes in Deutschland leisten könnten, heißt es in einer Mitteilung der Partner. (Bildnachweis: Hyundai Motor Group)

Ziel der Kooperation von Hyundai Motor Group, LG Electronics und Next Kraftwerke war es, die E-Fahrzeuge der Hyundai Motor Group zu präqualifizieren und Sekundärregelleistung (SRL) zu erbringen. Die Präqualifikation ist die Voraussetzung dafür, dass Anlagen – oder wie in diesem Fall E-Fahrzeuge und Ladesäulen – Regelenergie bereitstellen können. In der Präqualifikation bewiesen die Anlagen vorab ihre technische Eignung. „Der notwendige und rasche Ausbau der erneuerbaren Energien geht mit einem erhöhten Bedarf an Flexibilitätspotenzialen einher. Als Übertragungsnetzbetreiber sind wir sehr an neuen Wegen und Technologien interessiert, um diese Potenziale ausschöpfen zu können. Daher freuen wir uns natürlich über den Erfolg des Projektes als gelungenes Beispiel einer intelligenten Sektorenkopplung“, sagt Markus Stobrawe, Leiter Energiemarkt und Systembilanz von Amprion.

Fahrzeuge und Ladesäulen als Sub-Pool im virtuellen Kraftwerk von Next Kraftwerke

Für das Projekt stellte Hyundai Motor Group acht Fahrzeuge der Marke Hyundai Ioniq 5 zur Verfügung. Die am Standort von Hyundai Motor in Offenbach befindlichen Fahrzeuge und Ladesäulen sind für die Erbringung der Sekundärregelleistung in einem Sub-Pool zusammengefasst. Dieser Sub-Pool ist im virtuellen Kraftwerk von Next Kraftwerke integriert. LG Electronics und Hyundai Motor Group teilen Next Kraftwerke die verfügbare Menge an Regelenergie mit. Next Kraftwerke stellt diese Menge dem Übertragungsnetzbetreiber bereit und steuert den Sub-Pool bei einem SRL-Abruf von Amprion an. Technik und Steuerung des Sub-Pools sind Zuständigkeiten von LG Electronics und Hyundai Motor Group.

Um genau prognostizieren zu können, wann die Fahrzeuge an der Ladesäule stehen und damit für die Regelenergieleistung verfügbar sind, hat LG Electronics eine App entwickelt. In diese tragen Hyundai-Mitarbeitende die Ladezeiten der E-Autos ein. Außerdem entwickelten LG Electronics und Hyundai Motor Group eine cloudbasierte Plattform, die die Anlagen als Sub-Pool voraggregiert und die Regelenergieerbringung koordiniert. Das Be- oder Entladen im Falle eines Regelenergieabrufs des Fahrzeugspeichers erfolgt über eine mit einem Gateway verbundene bidirektionale Ladesäule. Zukünftig sollen auf Haushaltsebene Wallboxen und Heimspeicher LG ESS home 10 den Sub-Pool ergänzen. Die technische Eignung für die Präqualifikation haben Wallbox und Heimspeicher bereits nachgewiesen.

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Next Kraftwerke setzt mit dem Projekt sein Bestreben fort, mit der Flexibilität kleinerer Anlagen einen Beitrag für die Stabilisierung des Stromnetzes zu liefern. Hinsichtlich seines vielseitigen Nutzens sei das Projekt ein Novum. „Wir haben in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern eine Fahrzeugflotte der Hyundai Motor Group für die Sekundärregelleistung präqualifiziert, welche die technisch höchsten Anforderungen aller Regelenergieprodukte besitzt. Es wurde nachgewiesen, dass eine Regelenergieerbringung aus E-Fahrzeugen möglich ist, ohne die Nutzbarkeit des Fahrzeugs einzuschränken“, sagt Alexander Krautz, Head of Business Development von Next Kraftwerke. 

Auf Basis des erprobten Konzepts ließen sich weitere Standorte und größere Fahrzeugflotten problemlos und kosteneffizient in den Pool integrieren, betonen die Projektpartner. Die Hyundai Motor Group erwarte, dass ihre V2G-Technologie zu einer grüneren Gesellschaft beiträgt, in der E-Fahrzeuge ein Mittel für die Überwindung von Netzinstabilitäten in einem neuen Energiesystem mit mehr erneuerbaren Energien werden. „Diese Initiative wird außerdem Besitzerinnen und Besitzern von E-Fahrzeugen zugutekommen, indem sie dabei unterstützt, die Gesamtbetriebskosten von E-Fahrzeugen zu senken.“

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