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Virtuelle Kraftwerke und Direktvermarktung: Shell übernimmt Next Kraftwerke

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Die Shell-Gruppe setzt ihre Einkaufstour in Sachen „grüne Energien“ weiter fort: Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden wird Shell zum 100-prozentigen Anteilseigner von Next Kraftwerke. Das gaben die Unternehmen jetzt bekannt. Als Teil der Renewables & Energy Solutions-Sparte von Shell stärke der Kölner Stromhändler und Betreiber von virtuellen Kraftwerken damit seine Position in der Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien, heißt es bei Next Kraftwerke.

Der Energiekonzern Shell hat in der jüngeren Vergangenheit mehrere Übernahmen im Bereich dezentraler und erneuerbarer Energien angekündigt. Vor Next Kraftwerke hat Shell jüngst den Ladelösungsanbieter ubitricity übernommen. Schon 2019 hatte Shell den führenden Heimspeicheranbieter sonnen akquiriert. Die Übernahmen stehen in Einklang mit der Strategie, die eigene Abhängigkeit vom Ölgeschäft zu verringern. Spätestens 2050 will der Konzern weltweit ein „Netto-Null-Emissions-Energieunternehmen sein, dabei soll Deutschland als Schlüsselmarkt vorangehen. „Das bedeutet auch, dass wir investieren wollen“, kündigte Shell-Deutschland-Chef Fabian Ziegler bereits im vergangenen September an.

Next Kraftwerke soll als eigenständiges Unternehmen mit der heutigen Geschäftsführung und existierenden Marke bestehen bleiben „und ist nicht in den Shell-Konzern integriert“, heißt es beim Kölner Direktvermarkter. Allen rund 180 Mitarbeitern von Next Kraftwerke sei darüber hinaus die Weiterbeschäftigung zugesichert.

Post-EEG und PPA: Rapide Zunahme der Nachfrage nach Stromhandelsverträgen erwartet

Hendrik Sämisch, Gründer und Geschäftsführer von Next Kraftwerke, sieht in dem Zusammenschluss ein weiteres Zeichen für das Fortschreiten des globalen Transformationsprozesses zu einer dekarbonisierten Energiewelt: „Wir kommen aus einem nahezu 200-jährigen fossilen Zeitalter und stehen mitten in der Transformation zu einem nachhaltigeren Energiesystem. Wir werden diesen Wandel nur erfolgreich gestalten können, wenn die Akteure der traditionellen Energiewirtschaft den Wandel aktiv mittreiben.“ Gemeinsam mit Mitgründer Jochen Schwill sei er „überzeugt, dass wir dabei helfen können, diesen Wandel weiter zu beschleunigen.“

„Der Markt für den Handel von erneuerbaren Energien ist von einer starken Dynamik gekennzeichnet“, betont Schwill. Für die nächsten Jahre erwarte man eine rapide Zunahme der Nachfrage nach Stromhandelsverträgen für ausgeförderte oder außerhalb des Förderregimes errichtete Erneuerbare-Energien-Anlagen. „Um hier für unsere heutigen Kunden und unser weiteres Wachstum ideal aufgestellt zu sein und diese Nachfrage der Branche nach neuen Produkten zu bedienen, haben wir uns zu einer Partnerschaft mit Shell Renewables & Energy Solutions entschlossen.“ Dadurch erhalte man die Ressourcen, die man als Stromhändler insbesondere bei komplexeren Vermarktungsprodukten in Zukunft benötigen werde.

Shell will Stromgeschäft bis 2030 auf Volumen von 560 Terawattstunden verdoppeln

Nicht nur Next Kraftwerke, auch Shell wolle im immer dynamischeren Bereich des Kurzfristhandels von Strom wachsen, heißt es. „Mit der Energiewende wandelt sich auch die Struktur des Strommarktes weg von wenigen großen Anbietern hin zu vielen kleineren“, sagt David Wells, VP Shell Energy Europe. Zudem produzierten auch immer mehr Privathaushalte selbst Strom. „An dieser Wertschöpfungskette wollen wir Teil haben. Daher nehmen wir Anbieter wie NextKraftwerke in unser Portfolio auf, um damit unser Wachstum im Stromsegment zu beschleunigen.“ Die gebündelte Expertise beider Unternehmen werde es auch ermöglichen, die Absicherung und das Risikomanagement von großen Erneuerbaren-Energien-Projekten zu erleichtern.”

Next Kraftwerke vernetzt und steuert über 10.000 dezentrale Energieeinheiten in acht Ländern Kontinentaleuropas – Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Polen, Niederlande, Schweiz und Italien. Shell will das Stromgeschäft bis 2030 nach eigenen Angaben auf rund 560 TWh verdoppeln.

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