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Ausschreibungsergebnisse

Von genehmigten Windenergieanlagen sind 38 Prozent noch ohne Zuschlag

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Von den deutschlandweit genehmigten Windenergieanlagen haben 38 Prozent auch nach der August-Ausschreibung noch keinen Zuschlag erhalten. Darauf macht der Bundesverband Windenergie (BWE) aufmerksam. Betroffen sind nach Verbandsangaben bundesweit 3.010 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 18.425 MW. In der Südregion sind fast 50 Prozent der genehmigten Anlagen noch ohne Zuschlag, hier handelt es sich um 500 WEA mit 3.250 MW Gesamtleistung, berichtete BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm im monatlichen „Policy Brief“ des Verbands.

Die Ausschreibungsrunde vom 1. August war wieder von einem starken Wettbewerb gekennzeichnet, der die Branche zunehmend unter Druck setze. Seit August 2024 ist der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert von 7,33 auf 4,79 Cent pro Kilowattstunde gesunkenm das entspricht einem Rückgang um 35 Prozent. BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek spricht von einer „gewissen Torschlusspanik“. „Viele Unternehmen versuchen, ihre Projekte noch zum Zuschlag zu bringen, bevor die anstehende EEG-Novelle neue Unsicherheit in den Markt trägt. Gleichzeitig zeigen die niedrigen Gebote, dass Projektierer bereit sind, auf Marktchancen zu setzen.“

Baden-Württemberg: 83 Prozent der Gebote erhalten Zuschlag – in Bayern 14 Prozent

Zugleich beobachtet der BWE, dass von 18.575 MW gebotsreifen Projekten nur 5.250 MW in die Ausschreibung gegangen sind. Hier erkennt der Verband eine Gegenbewegung, „der massive Preisverfall führt zu Zurückhaltung“. Auffällig in den Ausschreibungsergebnissen ist die ungleiche Verteilung der Zuschläge in der Südregion. Während in Baden-Württemberg 83 Prozent der Gebotsmenge erfolgreich war, wurden in Bayern lediglich 14 Prozent des Gebotsvolumens bezuschlagt. In Rheinland-Pfalz wiederum kamen 94 Prozent der Gebote mit einem Zuschlag aus der Ausschreibung. Unklar ist nach BWE-Einschätzung zudem, warum die Zuschlagsquoten in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt mit 39,6 respektive 36,9 Prozent vergleichsweise niedrig ausgefallen sind.

Für die November-Ausschreibung rechnet der Branchenverband mit einer hohen Beteiligung. Damit die Ergebnisse der Ausschreibungsrunde unter das gültige EEG 2023 fallen, müssen sie zwingend in diesem Jahr bekannt gegeben werden. Die Bundesnetzagentur sei sich dieser Dringlichkeit bewusst. Die Behörde habe entsprechende Vorkehrungen getroffen, um die Bearbeitung der Ausschreibungsrunde zu beschleunigen, berichtet der BWE mit Verweis auf Angaben von BNetzA-Präsident Klaus Müller. Demnach sollen die Ergebnisse trotz angespannter Personalsituation noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Der BWE interpretiert die aktuellen Ausschreibungen als „Signal für die Ausgestaltung des neuen Förderrahmens, der stabile Rahmenbedingungen und Raum für Investitionsentfaltungen bieten muss“. Ein Marktwertkorridor, der den Anlagen innerhalb bestimmter Grenzen an steigenden Markterlösen teilhaben lässt, schaffe einen Anreiz, mit niedrigeren Absicherungswerten in die Ausschreibung zu gehen. „Das kann die Förderkosten stärker begrenzen als ein System, das von vornherein auf einen fixen Erlös zielt.“

„Damit liefert Aldi-Süd neuerdings an die Küste“

Zwar schaffe das zusätzliche Ausschreibungsvolumen ab 2027 Perspektiven für weiteren Zubau, kurzfristig ändere es aber nichts am hohen Wettbewerbsdruck. „Dieser schlägt sich zunehmend auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte nieder und zeigt sich unter anderem bei den deutlich sinkenden Pachten.“

Im Süden müsse das vorhandene Potenzial jetzt genutzt werden. Dort gebe es inzwischen eine solide Genehmigungsgrundlage, während der Zubau in den vergangenen Jahren „deutlich hinter dem Bedarf zurückgeblieben ist“. Der BWE schlägt deshalb vor, 2027 und 2028 jeweils 3.000 Megawatt Windenergie für die Südregion auszuschreiben. Das Rechtsgutachten im Auftrag des LEE Bayern und der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg zeige, dass ein solches Sondervolumen europarechtlich zulässig sei.

Die im EEG-Entwurf vorgesehenen Änderungen am Referenzertragsmodell sieht der BWE nicht als zielführend an. Insbesondere der Zuschnitt Regionen irritiert den Branchenverband. So liege der Landkreis Borken in der Küstenregion. Bocholt im Kreis Borken gehöre gleichzeitig zur Aldi-Süd-Region, merkt der BWE an. „Damit liefert Aldi-Süd neuerdings an die Küste.“ In Borken erreiche laut Windatlas NRW nur 0,2 Prozent der Standorte mehr als 80 Prozent Standortgüte, der Wert, der für die Küstenregion angelegt wird.

„Windenergie braucht ein funktionierendes Energiesystem“

Damit Wind an Land seine zentrale Rolle im künftigen Energiesystem einnehmen könne, müsse die Politik jetzt den nächsten Schritt gehen, fordert der Verband. Neben einem verlässlichen Rechtsrahmen und ausreichenden Ausschreibungsvolumina brauche es bessere Möglichkeiten, den erzeugten Strom systemdienlich zu nutzen. „Dazu gehören grünes Licht für Speicher und Sektorenkopplung, die Nutzung von Strom, der am Netzverknüpfungspunkt nicht aufgenommen werden kann, sowie bessere Rahmenbedingungen für Direktbelieferung und PPAs.“

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