Mit der Erhöhung seiner Anteile am kalifornischen Technologieunternehmen QuantumScape Corporation und der Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens ebnet der Volkswagen Konzern den Weg für die Einführung von Feststoffbatterien. Eigenen Angaben zufolge investiert Volkswagen 100 Mio. US-Dollar (rund 86,4 Mio. €) in QuantumScape und wird damit zum größten automobilen Anteilseigner des Unternehmens. Der Abschluss dieser Transaktion unterliegt noch der Zustimmung durch die Behörden.
QuantumScape besteht aus einer Gruppe von Wissenschaftlern, die seit Jahren an Feststoffbatterien arbeiten. Das 2010 gegründete Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundesstaat Kalifornien hält über 200 Patente und Patentanträge für die Technologie der Feststoffbatteriezellen und gilt mit seinem tiefgreifenden Knowhow als führender Pionier bei der Entwicklung dieser wegweisenden Energiespeicher. „Wir sind überzeugt, dass die höhere Reichweite, die kürzeren Ladezeiten und die gegebene Sicherheit der Feststoff-Technologie von QuantumScape der Schlüssel für die nächste Generation elektrischer Antriebe sein wird“, sagte Jagdeep Singh, Vorstandsvorsitzender von QuantumScape.
Zunächst kleine Fabrik für Feststoffbatterien geplant
Volkswagen will bereits in den nächsten Jahren eine erste kleine Fabrik für Feststoffbatterien bauen. Die kleinskalige Produktionsanlage könnte in Salzgitter angesiedelt werden: „Wir bauen gerade eine Lithium-Ionen-Pilotfertigung in Salzgitter auf, und das ist sicher eine der Optionen, die wir uns anschauen“, sagte VW-Chefstratege Thomas Sedran der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Eine Entscheidung solle aber erst in ein bis zwei Jahren fallen.
Serienfertigung soll 2025 beginnen
Volkswagen sichert sich mit dem Deal das erste Zugriffsrecht auf Entwicklungen und will diese dann in der neuen Fertigungsanlage bauen, die bis 2025 stehen soll. Dort sollen die Batterien nicht nur zusammengesteckt, sondern es sollen auch Batteriezellen gefertigt werden – laut Sedran zu Beginn für etwa 10.000 Fahrzeuge im Jahr. Das deckt nur einen winzigen Teil der VW-Produktion ab: Bis 2025 soll ein Viertel der zuletzt mehr als zehn Mio. verkauften Fahrzeuge einen Elektroantrieb haben.
Standort noch nicht entschieden
Ob eine große Serienfertigung für Batterien nach Deutschland kommt, ließ Sedran offen: „Die großen Wettbewerbsnachteile, die wir in Deutschland für die Zellfertigung haben, sind einmal die hohen Lohnkosten und die hohen Energiekosten, die zum Beispiel in Osteuropa deutlich geringer sind.“ Er machte klar, dass man Batterien in großem Stil fertigen müsse, damit es sich lohne: „Wenn man die Zellfertigung wirklich wettbewerbsfähig machen will, muss man natürlich mit den Stückzahlen in Bereiche von Elon Musks Gigafactory.“ (dpa/Eigener Bericht)