Abo

Newsletter

VW und Zulieferfirmen entwickeln kostengünstigeren Brennstoffzellenstapel

Ausgabe:
Bereiche:
Themen:
Ressort:
Unternehmen:

Forscher des Fahrzeugherstellers VW und mehrerer Zulieferfirmen haben einen Brennstoffzellenstapel entwickelt, dessen Kosten durch den Aufbau einer Serienproduktion von 500.000 Stück im Jahr auf etwa 30 Prozent des heutigen Werts sinken könnten. Das geht aus der BINE-Projektinfo „Brennstoffzellen für Elektrofahrzeuge“ hervor. Entwicklungsziel des Projekts HyMotion5 war, ein neues Herstellungskonzept für einen leistungsfähigeren und kostengüstigeren Brennstoffzellenstapel (Stack) zu entwickeln, um sich dem Kostenniveau eines konventionellen Verbrennungsmotors anzunähern.

Beim BMWi-Statusseminar zur Brennstoffzellenforschung 2016 in Berlin äußerten Experten die Erwartung, dass die Brennstoffzelle ab 2025 / 2030 eine wichtige Rolle als Automobil-Antrieb spielen wird; sie schätzen, dass 2025 etwa 50.000 Fahrzeuge gebaut werden. Im Jahr 2016 waren es etwa 5.000. Vom Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur hängt ab, wie schnell sich die Brennstoffzellen-Technologie, ausgehend von einigen Metropolen, ausbreiten kann.

VW will Fertigungskompetenz aufbauen

„Unser Ziel ist es, die ­eigene Entwicklungskompetenz für Brennstoffzellenstapel und -bauteile zu stärken und eine Fertigungskompetenz sowie eine deutsche Zulieferlandschaft aufzubauen“, sagte der Koordinator des Projekts, Gerold Hübner vom Bereich Forschung Antriebs- und Energiesysteme der Volkswagen AG. Er sieht dabei die Herausforderungen insbesondere darin, niedrige Edelmetallbeladungen mit hoher Stabilität und Dauerhaltbarkeit zu verbinden sowie die erforderliche externe Befeuchtung des Stacks zu reduzieren.

Ergebnisse der Kostenstudie:

(Basis MEA: Greenerity (0,294 g Pt/kW), Platinpreis (2015): 33 €/g)
© Volkswagen AG

Platin-Einsatz muss verringert werden

Die Konstrukteure entwickelten einen auf den mobilen Einsatz zugeschnittenen Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzellenstack. Dabei setzten sie auf metallische Bipolarplatten. Bei der Entwicklung stand im Vordergrund, die Katalysatorschichten zu verbessern, den Platin-Einsatz zu verringern und die Degradationsstabilität zu optimieren. Für die Lebensdauer der Stacks spielen Vibrationen, Temperaturschwankungen sowie die Anzahl der Ladevorgänge und Kaltstarts eine Rolle. Der Langzeittest des Stapels belegt, das gute mechanische Zusammenspiel sowie die elektrochemische Beständigkeit der Komponenten.

Stack mit 260 Zellen und 100 kW mit neuem Verfahren produziert

Das neue Verfahren ermöglicht die Herstellung skalierbarer Brennstoffzellensysteme und eine industrielle Serienfertigung. Im Oktober 2018 wurde der neu entwickelte Stack erstmals mit 260 Zellen und 100 kW aufgebaut. Das Forschungsprojekt haben die Firmen ElringKlinger, Greenerity, Freudenberg, Umicore gemeinsam mit VW durchgeführt.

Mehr Informationen stehen hier zur Verfügung.

Lesen Sie dazu auch:

Fronius Solar Energy eröffnet grüne Wasserstofftankstelle in Thalheim

Mehr von VW

V2G und V2HIAA Mobility: BMW, E.ON und Volkswagen stellen bidirektionales Laden in den Fokus

Das bidirektionale Laden von Elektroautos spielt eine wichtige Rolle bei der aktuell laufenden Fachmesse IAA Mobility in München. Die BMW Group und E.ON gaben...

Verwandte Meldungen

BundestagTHG-Quote: Kontroverse Positionen von Sachverständigen im Umweltausschuss

Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines „Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote“ (THG-Quote) ist bei einer Sachverständigenanhörung des Umweltausschusses am Mittwoch unterschiedlich beurteilt...

Erste Lesung im BundestagTHQ-Quote: Was am Gesetz aus Sicht der Biokraftstoffbranche angepasst werden sollte

In einem gemeinsamen Positionspapier mahnt eine Verbändeallianz Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der THG-Quote durch den Bundestag an. So sollten höhere Mindestmengenquoten, flexiblere Marktbedingungen...

Automatisiertes PrüfverfahrenNRW: progres.nrw-Förderung für E-Mobilität und Klimaschutztechnik geht in die nächste Runde

Die nordrhein-westfälische Landesregierung setzt ab sofort die „progres.nrw“-Förderprogramme für Elektromobilität und Klimaschutztechnik fort. Damit Anträge schneller bewilligt werden können, erhalten die Förderprogramme schrittweise ein...

Open Energy Tracker DIW: Elektromobilität kommt wieder in Fahrt – aber nicht mit erforderlichem Tempo

Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2024 werden in Deutschland wieder mehr Elektro-Pkw zugelassen. Dennoch entwickelt sich die Elektromobilität im mehrjährigen Trend nur schleppend....

350 Mio. Euro FörderungPtL-Anlage soll 30.000 Tonnen SAF pro Jahr produzieren

Die Concrete Chemicals GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Enertrag und Zaffra, hat eine Förderung von 350 Mio. Euro erhalten. Das Unternehmen werde damit Deutschlands größte...