Wärmewende gegen Abhängigkeit: BEE fordert „Booster“

Vakuum-Röhren-Kollektoren-Solarthermie
Quelle: ContextCrew

Angesichts der Drosselung der Gaslieferungen an Deutschland durch den Gazprom-Konzern fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) einen „Booster für Erneuerbare Wärmetechnologien“. Allein durch den Einsatz solarthermischer Anlagen in Ergänzung zur jungen Gasheizung könne der Bedarf in den kommenden zwei bis drei Jahren um bis zu 40 Prozent reduziert werden, heißt es beim BEE. Die „Roadmap Wärmepumpe“ sehe Ausbauziele von 3 Millionen installierten Wärmepumpen in den kommenden 3 Jahren vor, so Peter. Und: Mit einem Ende der Deckelung der Biogaserzeugung im EEG könnten sofort fünf Prozent der russischen Gasimporte ersetzt werden. Die Silos der Landwirte seien noch vom letzten Jahr voll.

Durch die Vergärung der vorhandenen Gülle- und Abfallmengen und der Nutzung von Grünland und Biodiversitätsflächen ließe sich die Biogasproduktion in Deutschland perspektivisch sogar verdoppeln. Mittelfristig bestehe ein Potenzial von 234 TWh, was 42 Prozent der Erdgasimporte entspreche. Trotzdem fehle der Bioenergie immer noch eine Anschlussperspektive.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass in dieser Versorgungskrise fossiler Energieträger sogar ein Rückbau heimischer erneuerbarer Gaserzeugung droht, weil immer noch unnötige Hemmnisse im Genehmigungsrecht für Biogasanlagen bestehen, die Umrüstung auf Gaseinspeisung unterbleibt und die Flexibilitätsprämie nicht weiterentwickelt wird. Wir haben vor Ort Gaspotenziale, die jetzt genutzt werden müssen“, fordert Peter.

Auch die Geothermie könne einen großen Beitrag leisten, weil sie witterungsunabhängig lokale Energie liefert und wenig Fläche in Siedlungen belegt. Allein die Tiefe Geothermie könne mehr als ein Viertel des jährlichen deutschen Wärmebedarfes von über 300 TWh abdecken. Hierfür müssten jetzt die Weichen gestellt werden.

Mit dem Aufbau von Handwerkskapazitäten stärke man die regionale Wertschöpfung. Und mit der Privilegierung der Erneuerbaren Wärmeerzeugung im Baugesetzbuch würden Flächen für Solarthermie und Geothermie gesichert. Mit einer Ausweitung der Schutzgüterabwägung auf Erneuerbare Wärme werde die Dekarbonisierung der Wärme durch erneuerbare Energien „nicht länger hintenangestellt“, so Peter weiter.

„Wir können heute die vielfältigen Erneuerbaren Technologien und heimischen Potentiale nutzen, um fossiles Gas zu vermeiden, Kosten zu senken, Versorgung zu sichern und das Klima zu schützen. Worauf warten wir?“, fragt die Verbandspräsidentin.

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