Der Batteriepark Waltrop hat am 15. Mai 2026 die finalen Genehmigungen für die Realisierung eines 900 MW-Batteriespeichers erhalten. Damit sei eine „zentrale Hürde“ für den Bau des bedeutenden Energiewende-Projektes genommen, heißt es bei Trianel. Der Hamburger Asset Manager Luxcara, die Schweizer BKW AG und die Stadtwerke-Kooperation Trianel investieren gemeinsam einen dreistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung und den Bau des Großbatteriespeichers in Waltrop (Nordrhein-Westfalen).
Die Projektpartner haben zum einen die abschließende bundesimmissionsschutzrechtliche Genehmigung der Bezirksregierung Recklinghausen für den Bau des Umspannwerks erhalten, nachdem Anfang des Jahres bereits eine vorläufige Genehmigung erteilt wurde. Das Umspannwerk bildet die technische Schnittstelle zur Einspeisung des gespeicherten Stroms in das Übertragungsnetz. Zum anderen hat die Stadt Waltrop den Bau der einzelnen Batteriespeichersysteme (BESS) genehmigt. Der hierfür erforderliche Bebauungsplan war bereits 2025 in Kraft getreten.
„Wir freuen uns, dass wir dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Behörden nun alle Genehmigungen in den Händen halten und in die nächste Planungsphase einsteigen können“, sagt Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH. „Einzig der unklare regulatorische Rahmen bremst uns aus. Die Diskussion um rückwirkende Netzentgelte für Speicher sorgt für erhebliche Verunsicherung bei allen Marktteilnehmern. Für Investitionen in dieser Größenordnung ist Vertrauen in stabile und verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich.“ Die Bundesnetzagentur prüft, ob die aktuell gültige Netzentgeltbefreiung für Speicherprojekte, die bis August 2029 ans Netz gehen, aufgehoben wird.
„Tiefgreifende Änderungen in ein bestehendes Regime benötigen zwingend eine Übergangsregelung“
„Tiefgreifende Änderungen in ein bestehendes Regime benötigen zwingend eine Übergangsregelung“, betont Becker. Für Projekte, in die bereits erhebliche Investitionen geflossen sind und die einen hohen Reifegrad erreicht haben, müsse ein angemessener Vertrauensschutz gelten. „Infrastrukturprojekte haben lange Vorlaufzeiten. Wenn in diesen Prozess eingegriffen und die Spielregeln nachträglich verändert werden, belastet dies nicht nur unmittelbar anstehende, sondern auch zukünftige Investitionsentscheidungen, weil mangelnder Vertrauensschutz Deutschland als Standort deutlich belastet“.
Das Batteriespeicherprojekt stehe kurz vor der Investitionsentscheidung. So verfügt die Trianel Batteriepark Waltrop GmbH & Co. KG über eine gesicherte Fläche sowie über eine Netzanschlusszusage des Netzbetreibers Amprion. Die Ausschreibungen für die Großkomponenten laufen, erste Verträge sind unterzeichnet. Der Baubeschluss soll kurzfristig erfolgen.