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Weltec Biopower baut zwei erdbebensichere Biogasanlagen in Japan

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Weltec Biopower errichtet derzeit in Japan zwei landwirtschaftliche 250-Kilowatt-Biogasanlagen für einen der größten Milchproduzenten des Inselstaates. Ein Standort liegt in Urahoro auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido. Die zweite Anlage wird in Sakata, Präfektur Yamagata, auf der größten Insel Honshu gebaut. Beide Biogasanlagen entstehen in Erdbebenregionen und verfügen daher über eine spezielle Statik. Der erzeugte Strom und die Wärme werden direkt auf den Standorten genutzt, um energieautark zu sein. In Urahoro erfolgt die Inbetriebnahme im Sommer 2021, in Sakata im Herbst 2021.

Jährlich fallen an beiden Standorten eines Agrarkonzerns knapp 30.000 Tonnen Rindergülle an, die in den Biogasanlagen zur Energieerzeugung genutzt werden. Für eine effiziente Vergärung errichtet Weltec Biopower in Urahoro einen Edelstahlfermenter. In Sakata baut Weltec zwei Fermenter, weil dort in Kürze die Tierzahlen aufgestockt werden. Mit 6,30 Meter Höhe und 25,34 Meter Durchmesser haben alle drei Bioreaktoren ein Fassungsvermögen von 3.176 Kubikmeter. Der Vorteil der Edelstahlbehälter ist nicht nur die kompakte Verschiffung in wenigen Containern von Europa nach Japan, sondern auch die leichte Statikanpassung an Erdbebenregionen.

Milchproduzent nutzt Gärreste auf eigenen Feldern

Am Standort Urahoro auf Hokkaido werden die flüssigen Substrate aus drei Vorlagern in den Fermenter gepumpt. Zwei der drei Lager stehen bereits; sie werden jedoch mit aktueller Technik ausgestattet. Das dritte, 393 Kubikmeter große Vorlager wird von Weltec komplett neu errichtet. Es misst 5,03 Meter in der Höhe und 9,98 Meter im Durchmesser. In Sakata wird ebenfalls ein Vorlager dieser Größe errichtet. Wegen der kalten und schneereichen Winter werden die Lager an beiden Standorten isoliert und mit gasdichten Doppelmembrandächern ausgestattet. Für die Gärreste baut Weltec jeweils einen 524 Kubikmeter großen Behälter. Nach der Separation kommen die Gärreste als Dünger auf die eigenen Felder. Neben den Fermentern, Vor- und Gärrestlager, der Separation sowie der Pumpentechnik installiert Weltec ebenfalls jeweils ein 250-Kilowatt-Blockheizkraftwerk.

Beide Bauvorhaben besitzen wegen des Netzparallelbetriebs einen Referenzcharakter in Japan. Dass der Strom nicht eingespeist, sondern auf den Anlagen etwa für die Melkkarusselle und weitere Einrichtungen genutzt wird, macht den Betreiber unabhängiger vom Stromnetz. Dies ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, weil die Netzkapazität und -stabilität in Japan gerade in den Erdbebengebieten gefährdet ist.

Japan hat ein hohes Biomassepotenzial

Nicht zuletzt deshalb ist es vorteilhaft, dass die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Bioenergie günstig sind: So beträgt das jährliche Biomassepotenzial in Japan etwa 284,4 Millionen Tonnen – genug, um damit rund 13 Milliarden Kilowattstunden Strom zu erzeugen und 2,8 Millionen Haushalte konstant zu versorgen. Bestrebungen, Biogasprojekte zu forcieren, gab es schon im Jahr 2002. Kurz darauf baute Weltec die erste Anlage „Made in Germany“ in Japan. So richtig in Fahrt kam der Ausbau allerdings erst mit der Einführung der staatlichen Einspeisevergütung für grüne Energie im Juli 2012.

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