In Bayern hat sich unter der Leitung des Wirtschaftsministeriums ein Bündnis „Einspeiseinitiative Biogas Bayern“ formiert. Ziel der beteiligten Partner sei die Förderung einer „nachhaltigen, zukunftsorientierten Energieversorgung, bei der alle verfügbaren Technologien sinnvoll genutzt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Fachverbands Biogas. Neben dem Fachverband und weiteren Partnern sind auch Schwaben Netz, Energienetze Bayern und der Verband der Bayerischen Energie und Wasserwirtschaft (VBEW) an der Initiative beteiligt.
Über acht Maßnahmen soll die Biomethannutzung im Freistaat angereizt werden. Großes Potenzial sehen die Partner den Angaben zufolge in der Clusterung benachbarter Biogasanlagen, um die Kosten für die einzelne Anlage zu reduzieren, die Einspeisemenge zu erhöhen und den Anschluss ans Gasnetz zu beschleunigen.
Transparentere Kommunikation innerhalb aller Stakeholder angepeilt
Zudem müsse dringend eine Nachfolgeregelung für die Gasnetzzugangsverordnung geschaffen werden. Der Gasnetzanschluss müsse schneller realisiert werden – dafür müssten bürokratische Hürden abgebaut und die Zusammenarbeit mit den Landes- und Bundesbehörden verbessert werden. Ein weiterer Hebel liege für die Unterzeichner in einer transparenteren Kommunikation innerhalb aller Stakeholder. Darüber hinaus soll die Forschung und Entwicklung gefördert und neue innovative Lösungen genutzt werden.
Auch neue Partnerschaften und Netzwerke mit relevanten Akteuren aus der Energiewirtschaft, der Landwirtschaft, Kommunen und Forschung sollen geknüpft werden. Dabei müsse der Fokus weiterhin auf einer „wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen“ Biogaserzeugung liegen. Last but not least müsse ein verlässlicher wirtschaftlicher und regulatorischer Rahmen geschaffen werden, um den Akteuren Planungssicherheit zu geben.
Anschluss von Biogasmethananlagen an das Netz soll in 18 Monaten möglich werden
„Gerade in Zeiten, in denen Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Reduzierung von fossilen Importen zusammengedacht werden müssen, ist Biogas unverzichtbar“, sagt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). „Wir wollen Tempo machen beim Gasnetzanschluss. Unser Ziel ist die Herstellung des Gasnetzanschlusses in 18 Monaten unter optimalen Rahmenbedingungen. Aktuell dauert der Anschluss von Biogasaufbereitungsanlagen ans Gasnetz im Durchschnitt 2-3 Jahre.“
Mit der Initiative wolle man den Akteuren Planungssicherheit geben und die Verfahren für Projektierung, Genehmigung und Anschluss vereinfachen. „Mit der Branche erarbeiten wir gemeinsam konkrete Maßnahmen – so können wir gemeinsam die Energiewende pragmatisch und wirtschaftsfreundlich gestalten“, so Aiwanger weiter.
„Geben ein starkes Zeichen Richtung Berlin“
„Insbesondere die fehlende Nachfolgeregelung bei der Gasnetz-Zugangsverordnung nimmt jede Investitionssicherheit“, betont Stefan Rauh, Geschäftsführer im Fachverband Biogas. Hier müsse der Bund zeitnah handeln und bis zur Verabschiedung der neuen Regelung die bestehenden Vorgaben beibehalten. Nur so könnten Einspeisewillige handeln. „Mit der heutigen Initiative geben wir ein starkes Zeichen Richtung Berlin.“
Bayern habe den Aufbau einer nachhaltigen Biogas- und Biomethanerzeugung „schon immer unterstützt“, zuletzt mit dem Positionspapier „Biogasproduktion in Bayern sichern“, das der Fachverband Biogas gemeinsam mit dem Ministerium im August letzten Jahres unterzeichnet haben, betont Rauh. Nun sei es wichtig, den bestehenden Anlagen eine Perspektive aufzuzeigen – ein zentraler Baustein ist dabei die Einspeisung von Biomethan ins Gasnetz.
Bayern hat aktuell einen Stromverbrauch von rund 80 TWh, 70 davon produziert der Freistaat selbst, mehr als die Hälfte stammt aus erneuerbaren Energien, 13 Prozent aus Biomasseanlagen. Insgesamt stehen in Bayern 2.800 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von 1,5 Gigawatt (GW), davon 27 Biomethan-Einspeiseanlagen.