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Photovoltaikmarkt: Zeichen verdichten sich, dass Preisverfall bald endet

Spotmarkt: Module seit Jahresstart um bis zu 18 Prozent billiger geworden

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Von Mitte Juli zu Anfang August haben die Preise für Photovoltaikmodule auf breiter Front nachgegeben – „vielleicht ein letztes Mal in diesem Jahr“, wie es der Geschäftsführer des PV-Handelsplatzes pvXchange, Martin Schachinger, formuliert. Die Anzeichen verdichteten sich, dass der Preisverfall der vergangenen Monate bald ein Ende haben werde. Für das vierte Quartal hätten fast alle Hersteller Preiserhöhungen im Bereich von 1 bis 2 Cent pro Watt angekündigt. Sich zu den aktuellen Preisen noch einzudecken, sei nicht einfach, da sich allenfalls noch Restbestände in den Lagern befänden. „Von Sommerflaute kann dieses Jahr nämlich nicht die Rede sein“, sagt Schachinger.

Zumindest in Deutschland sei der Zubau in den letzten Monaten ungebremst, seit der 52-GW-Deckel weggefallen ist. Selbst weniger beliebte Kontingente mit polykristallinen Modulen niedriger Leistungsklassen seien mittlerweile bis auf wenige Container aus dem Markt verschwunden. „Es bleibt bauwilligen Projektierern nur noch übrig, auf neue Bestellware zu setzen.“ Da diese zum überwiegenden Teil aus Asien importiert werden muss, sei jedoch mit längeren Vorlaufzeiten und gestiegenen Preisen zu rechnen.

Das pvXchange-Preisbarometer zeigt zum Teil deutliche Preisrückgänge seit Jahresbeginn. Die durchschnittlichen Angebotspreise für Bifaciale Module am europäischen Spotmarkt lagen im Juli 2020 nur noch 0,32 €/Wp, das sind knapp 18 Prozent weniger als zum Jahresstart. Auch günstige Mainstream-Angebote sind mit 0,21 €/Wp deutlich günstiger als Anfang 2020 (-16 Prozent). Für das Low-Cost-Segment weist pvXchange immerhin ein Minus von knapp 12 Prozent im laufenden Jahr aus, entsprechende Ware ist im Juli 2020 für 0,15 €/Wp erhältlich gewesen. Nicht ganz so deutlich sind die Preisnachlässe in den Produktsegment High Efficiency (0,30 €/Wp, -6 Prozent) und All Black (0,32 €/Wp, -3 Prozent).

Kommt der erwartete Nachfrageschub aus China noch?

Ein wesentlicher Treiber für Preisanpassungen ist immer eine Änderung der weltweiten Nachfrage nach Modulen. Hier gibt es laut Schachinger aktuell allerdings unterschiedliche Tendenzen und widersprüchliche Prognosen. Innerhalb Europas boomt die PV-Branche, zumindest dort, wo trotz der Corona-bedingten Einschränkungen effizient gearbeitet werden kann. Eine hohe Nachfrage werde auch aus China selbst erwartet, am Weltmarkt sei das aber noch nicht zu spüren. „Aktuell ist die Liefersituation bei Neubestellungen für die letzten Monate des Jahres jedoch noch recht entspannt, so dass immer unwahrscheinlicher wird, dass die prognostizierten Volumina tatsächlich erreicht werden.“

Gegen eine „dramatische“ Materialverknappung spreche die Situation in Nord- und Südamerika, normalerweise wichtige Märkte für Solarmodule. Die nach wie vor steigenden Covid19-Infektionszahlen führten zu Problemen in vielen Betrieben und damit Installationszahlen, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Hersteller berichteten von teilweise deutlich verzögerten oder komplett stornierten Lieferungen insbesondere seitens ihrer Kunden in den USA oder Brasilien.

Schwacher Dollar begünstigt Preisverfall in Europa

Ein Faktor für die Preisbildung von Solarprodukten, zumindest in Europa, ist auch der Dollarkurs. Nachdem der Euro Anfang des Jahres noch relativ schwach war, ist das Pendel nun umgeschlagen. Der Dollar ist zunehmend unter Druck geraten, was die mehrheitlich auf Dollarbasis kalkulierten Modulpreise in Europa sinken lasse. „Es ist jedoch absehbar, dass sich dieser Trend im Jahresverlauf abschwächt, wenn nicht sogar umkehrt.“

Für alle wichtigen, „respektive nicht so preissensitiven“ Projekte sollte das Material umgehend gesichert werden, empfiehlt Schachinger, „wobei man sich nicht sofort auf eine Preiserhöhung, wie auch immer argumentiert, einlassen sollte“. Momentan bestehe bei den Herstellern noch „viel Interpretationsspielraum“ für die zukünftige Marktentwicklung. Bei Projekten, die erst durch weiter fallende Preise interessant werden, sollte eher auf den Spotmarkt gesetzt werden. In den kommenden Monaten werde „sicherlich“ noch das eine oder andere Kontingent auftauchen, das zu einem „interessanten Preis“ erworben werden könne.

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