Im Großraum München beginnt in Kürze eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Das teilten die Projektbeteiligten im Rahmen einer Pressekonferenz in Garching mit. Das Vorhaben ist Teil des Forschungsprojekts GIGA-M, an dem Kommunen, Wissenschaftseinrichtungen und Energieversorger beteiligt sind. Ziel ist es, ein durchgängiges dreidimensionales Bild des tiefen Untergrunds zu erstellen und damit Grundlagen für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung zu schaffen.
Es handele sich um die bislang umfassendste seismische Untersuchung zur Erkundung von Geothermiepotenzialen in Deutschland. Für die Messungen werden Vibrotrucks eingesetzt, die kontrollierte Schwingungen in den Boden senden. Die reflektierten Signale erfassen Geophone. Daraus entsteht ein 3D-Modell des Untergrunds. Den Angaben zufolge wird die Technik weltweit genutzt, in dieser Größenordnung aber erstmals flächendeckend in Deutschland eingesetzt.
Die Messkampagne startet Ende August im südlichen Landkreis München und wird bis November auf weitere Landkreise und das Stadtgebiet ausgeweitet. Mehrere Teams arbeiten parallel. Vor Ort dauern die Messungen jeweils nur wenige Minuten und sind laut Projektangaben meist als leichtes Vibrieren wahrnehmbar. Die Schwingungen lägen innerhalb definierter Grenzwerte.
Die gewonnenen Daten sollen helfen, Geothermieprojekte künftig besser zu planen. Nach Projektabschluss soll das Modell allen interessierten Akteuren zur Verfügung stehen.